"Deutschlands Wirtschaft in der
Informationsgesellschaft"
Aus dem Beschluss des Deutschen Bundestages
vom 9.11.2001 auf Antrag der Fraktionen der SPD und des Bündnisses
90/Die Grünen gegen die Stimmen der Fraktionen von CDU/CSU und
FDP bei Enthaltung der PDS (Bundestagsdrucksache 14/5246)
Auf dem Softwaremarkt findet in weiten Teilen kein Wettbewerb statt. Microsoft beherrscht den Markt für Textverarbeitungs- und Tabellen-Kalkulations-Programme mit einem Anteil von 90 Prozent. Wer digital mit anderen zusammenarbeiten will, ist fast gezwungen, sich jeweils die neueste Version der Microsoft Software zu beschaffen und die Hardware, die leistungsfähig genug ist, um die immer komplexer werdenden Programme laufen zu lassen. Eine Ausweg aus dieser wettbewerbsrechtlich problematischen Situation könnte Open Source bieten.
Open Source ermöglicht es, Wettbewerb und Kommunikationsfähigkeit unterschiedlicher Software-Lösungen sicherzustellen. Der Quellcode quasi die Sprache in der das Programm geschrieben ist ist frei zugänglich, daher kann jede Software so konfiguriert werden, dass die Kommunikationsfähigkeit sichergestellt ist.
Open-Source-Software setzt sich mehr und mehr gegen proprietäre Software durch. Sie eröffnet die Möglichkeit, stabilere und den jeweiligen Bedürfnissen der Benutzer besser angepasste Produkte zu erhalten. Insbesondere aber kommt diesen in Fragen der IT-Sicherheit und der Interoperabilität vor allem in sicherheitsrelevanten Bereichen zunehmende Bedeutung zu. Gleichzeitig muss der Einsatz von Open-Source-Produkten einen kontinuierlichen Evaluierungs- und Verbesserungsprozess unterliegen.
Open Source heißt wörtlich: freie Quelle. Frei bezieht sich auf die 3 Grundfreiheiten, die die Open Source Bewegung definiert hat:
Der Deutsche Bundestag begrüßt die Förderung von Open-Source-Produkten und fordert die Einführung von unter Open-Source-Lizenz erstellten Produkten in der Bundesverwaltung, vor allem in sicherheitsrelevanten Bereichen.
Der Deutsche Bundestag begrüßt, dass die Bundesministerien sich der Einführung von Open Source öffnen. So hat die für Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) kürzlich gemeinsam mit dem Linuxtag einen Workshop durchgeführt. Festgestellt wurde: OSS ist kostengünstiger, da es stabiler läuft und weniger Wartungskosten verursacht. Updates müssen nur dann eingesetzt werden, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Schon jetzt wird im Bundesamt der Finanzen, im Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums, in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in bestimmten Bereichen Open Source eingesetzt. Vorbereitet werden weitere Pilotprojekte in einzelnen Referaten.
Open Source sollte überall in der Verwaltung eingesetzt werden, wo damit Kosten gespart werden können.
Open Source stellt eine besondere Chance für die europäische Softwarebranche dar. Zum ersten Mal gibt es hier ein Feld, in dem die USA nicht führend ist. Diese Chance muss genutzt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat bereits 1999 die Fortentwicklung von Open Source Sicherheitskomponenten gefördert.
Zuletzt geändert am 27. November 2001 von Rainer W. Gerling